1884 An den Ufern des Sar

Foto Christian Switek © 2015.
Foto Christian Switek © 2015.

An den Ufern des Sar, ihr Hauptwerk, ist ein düster gestimmtes Buch und zugleich ein überaus klares, durchsichtiges. Prunklos, unrhetorisch, wie freigelegt von allen bloß literarisch wirkenden Metaphern, lassen diese Verse ein unbiographisches, essentielles Ich sprechen. – Man hat in der Lyrik Rosalía de Castros einen Einfluß von Heine bemerken wollen und damit auf die kunstvolle Einfachheit ihrer Verse gedeutet. Heute aber hört man daraus vor allem einen existentiellen Ernst, eine Unbedingtheit des Suchens und Fragens, wie wir deutsche Leser sie nur von unseren großen, radikalen Dichtern kennen. »Gedanken mit schwarzen Flügeln« sind bei Rosalía de Castro zu Versen einer klaren Schönheit geworden, die über das Jahrhundert hinweg unmittelbar zu verstehen sind. Der Übersetzer Fritz Vogelgsang wurde für seine Übertragungen spanischer Lyrik mehrfach mit Preisen ausgezeichnet.

(Klappentext zu Rosalia de Castro: En las Orillas del Sar – An den Ufern des Sar. Gedichte Spanisch und Deutsch nach der Übersetzung von Fritz Vogelgsang. Insel Verlag, 1987.)

Im Folgenden gebe ich das Inhaltsverzeichnis der Inselausgabe (Quelle: Deutsche Nationalbibliothek) und verlinke zu Seiten, welche das jeweilige Gedicht in deutscher Übersetzung wiedergeben.

INHALTSVERZEICHNIS

Ufer des Sar

I Durch das niemals verwelkende Laubwerk 7
II Noch einmal, nach zermürbendem Kampf 7
III Ich hör den vollen Klang des Geläutes 9
IV Nach vergeblicher Mühe 11
V Wie schön, Padrón, o Iria Flavia, ist deine Aue! 13
VI O Heimat, einst und heute 15
VII Da meines Lebens Hoffnung 17

Die einen so riesenhoch 19
Friedsam der Tag begann 21
Erde über den eingesargten Leichnam 23
Ein Glühwürmchen erschimmert auf dem Moosgrund 27
Ahnend verspürt man, wohlig und voll Duft 31
Weiß glüht die Luft ringsum 33
Ein sanft strömender Fluß 35
Mach halt, einen Moment 37
Die Sonne erstarb 39
Im rhythmischen Rauschen des Wellenganges 41

Margarita
I Seid still doch, Windhunde 43
II Es schläft der alte Vater 43
III Die Schuldige schwieg 45
Dürstend spüren die Dünen auf dem Sandstrand 49

Die Traurigen

I Der Ahnungslosigkeit, die dumpf
II Schließlich stürzte e r
III Ihr, deren Träume Wirklichkeit geworden
IV Wenn an der liebevoll gehegten Pflanze .
V Auf jedem frischen Triebe
VI Mehr und mehr flieht e r die Lebenden . .
VII Wie der Wolf herabkommt

359

Die Eichen

I Einst, in den Zeiten 59
II Unterm eisernen Axthieb 61
III Ein ausgedehnter, düsterer Fleck 61
IV Komm wieder, Eiche, Heimatbaum 65

Seele, die auf der Flucht ist 69
Denk ich zurück an des weiten Waldes 71
Dem alten Wege entlang 73
Schon ruhen in ihrem Grab die Leidenschaften 75
Sie glaubte, d u herrschtest ewig 77
Sie spürt, daß du erlischst i n ihrem Innern 79
Steig nicht so hoch hinauf 81
Nie werde ich’s vergessen 83

I Manche verschrieen sie mit üblen Phrasen 93
II Wenn man, damit das Maß der Kränkung voll wird 93

In ihrem Gefängnis aus Dornen und Rosen 95
Der Brunnen sprudelt nicht mehr 97
Aschgrau alle Gewässer 99

I Es war die letzte Nacht 103
II Wie gedrängt von verdrießlich zäher Krankheit 103

Kehrt wieder!

I Gott weiß 107
II Kehrt wieder, denn ich wette 107

Sandweißer Weg, altvertrauter Weg 111
Noch scheint es so, als schimmre 113
Geschlossene Knospe 115
In ihren schmalen, blauen Mandelaugen 117
Er war der Himmel ihres Geistes 119
Ich lieb dich 121
Mir ist es gleich 123
Stumm und wie immer blaß 125
Es heißt, daß Morgenröte u n d Abenddämmerung 127
Ein tieftrauriger Schatten 129

361

Die Lieder, die das Mädchen hörte
Eines 131
Ein anderes 133

Das Lied, das der Alte im Traume hörte

Bei diesem frühlingsfrohen Morgenrot 135

I Seine blinde Wahnphantasie 137
II Flucht nicht über den, der betrunken trinken will 137
III Wenn alle Schleier 137

Im Herzen drin ein Gedanke 141
Tobt in den Wolken ein Gewitter 143
Die Flüsse quellen über 145
Sie sucht, sie ersehnt die Ruhe 147
Betäubend gellt das verworrne Geschrei 149
Wenn der steife Nordwind weht 151
Nein, nicht im Leben 153

I Gern würd ich, meine Schöne 155
II Aus Morast und Staub geboren 157
III Die Sterne sind unzählbar 157
IV Und da alles, sei’s später oder früher 159
V Wann sie ihn denn vergaß? 161
VI Plötzlich pochte das Herz 161

I In meinem kleinen Garten 167
II Wenn Dezember herankommt 167

Alle Glocken schallten 169
Er empfindet schon Mitleid 171
In der schweifenden Stille der Nacht 173
Du setzt dich in den Schatten 175
Ich hege eine schöne Pflanze 177
Für den Vogel d e r Luftraum 177
Nur der menschliche Geist 177

I Im Hall der Orgelklänge 181
II Ich weiß nicht, was ich ewig suche 181
363

Santa Escolástica

I Eines Nachmittags im April 183
II – Friedhof der Lebenden! 183
III Seltsame Stadt 187
IV Hoheit der Gotteshäuser 189
Man sagt, daß Pflanzen nicht reden 195 (Das Original-Gedicht kann man sich dort sogar vorlesen lassen!)
Jedesmal, wenn sie all der Schmach gedenkt 197
Wiedererweckt wird das Trillern 199
Des blauen Meeres durchsichtige Wellen 201
Denk ich an deine ewige Größe 203

I Die durch all ihre Tränen hindurch 205
II Zurück denn, mein trüber Schmerz du 207
III Gedanken mit schwarzen Flügeln! 207
IV Und meine Stimme 209
V Aber eines Tages 211
VI Keine Schmach ist unvergänglich 213
Während das Eis sie bedeckt 215
Sie dachten, er wäre müßig 217
Es glänzten in der Höhe 219
Die Herzen von manchen Menschenkindern 221
Hör ich wieder die Lieder 223
Ihr, die ihr für den Himmel lebt 225

An den Mond
I Mit welch heiterer Klarheit 227
II Alles siehst d u 227
III Und ich, so eifersüchtig 229
IV Ich sag dir denn Lebwohl 231

»Ich im Bett voller Disteln 233
Mit jenem Stolz 235
Als ich verfolgt mich fühlte, von der Lerche 239
Plötzlich wieder die göttlichen Echos 241
Kommst du zu spät zum Gelage der Götter 243
Das Wort und die Idee 245
»Die Toten gehen schnell« 247
Zu seinen Füßen wimmeln die Menschen 249

365
April war’s 251
Groß ihr Lächeln verschwendend 253

Die Glocken

Ich liebe, ich höre sie 255
A m Himmel droben krächzten die Raben 257
Sehnsucht, die lodernd wächst 259
Auch wenn mein Körper gefriert 261
Du beneidest die Blonden 263
In der ewigen Komödie 265
Armer Irrer 267
Gerechtigkeit der Menschen 269
Liebesdurst hatte er 271
Mit dem Sommer werde auch sie vergehen 273
I n meinem Innern, straff gespannt, ist ein Strang 27 5
Gestern wie heut und immer 277
Nein, nicht zum Lieben wurde sie geboren 279
Als er felsab in die Tiefe stürzte 281
Aus allen Richtungen, von den vier Enden 283
Noch einen bittren Tropfen 285
In unablässig erbittertem Ringen 287
Manchen blendenden Ruhm gibt’s 289
O Ruhm! 291

Verse aus dem Nachlaß
Wenn sie auch keine Rühmung je erfahren 295

I »Du für mich, ich für dich 297
II Dann, wie ein Blitz, der aufzuckt und erlischt 297

I Es schauert Laub 301
II Armes einsames Herz 301

Nicht allein ist, wer weint 305
»Der Becher ist aus feinem Gold 307
Los denn, laß uns geschwind 309
Es sinken hin die tapfren Streitgenossen 311
Mit anzusehen, wie sie gleich den Blüten 313
Geschwinder als der Blitz 315

367

Stunde um Stunde 317
Nur Zweifel, nur Entsetzen überkommt mich 319

Nachwort 321

Bibliographische Hinweise 357

 

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