Rosalía de Castro im Werk von Camilo José Cela

Der Nobelpreisträger Camilo José Cela (1916-2002) ist einer der bekanntesten spanischen Schriftsteller. Weniger bekannt dürfte sein, dass er einige seiner schönsten Seiten in spanischer Sprache der Dichterin Rosalía de Castro gewidmet hat. Der Einfluss Rosalinde Castros auf Fehler wundert nicht, wenn man bedenkt, dass er in Iria Flavia lebend quasi Rosalias Nachbar war, wenn auch nicht zu Lebzeiten.

In seinem 1983 veröffentlichten, bedeutenden Roman über den Spanischen Bürgerkrieg in seiner galizischen Heimat, Marzurka para dos muertos,  (dt. Mazurka für zwei Tote, 1991). Der Erzähler des Romans, die Figur des ROBIN LEBOZAN CASTRO DE CELA, welche schon aufgrund ihres Namens auffällige Bezüge zu Rosalía de Castro und Camilo José Cela aufzeigt, erläutert seiner Cousine und gelegentlichen Geliebten Ramona zu Beginn des Romans Rosalía de Castros Leben und ihr lyrisches Werk. Bezeichnend ist hier, dass Cela seinen Protagonisten vor allen Dingen die Titel An den Ufern des Sar und Neue Blätter zitieren lässt. Rosalías Prosa erwähnt Lebozán noch mit keinem Wort.

Cela hat sich aber schon früh mit Rosalías Leben und Schreiben auseinandergesetzt.

Eine erste wichtige Schrift Celas, in der sich auf Rosalía de Castro bezieht, ist ein Jugendwerk, dass er im Alter von 30 Jahren geschrieben hat es ist ein Zeitungsartikel mit dem Titel Recuerdo de Rosalía (dt. Erinnerung an Rosalía), den er im Jahre 1946 in verschiedenen Zeitungen veröffentlicht hat. Die Wichtigkeit dieser Arbeit und der kulturelle Wert wird dadurch deutlich, wenn man die politische und historische Situation bedenkt, in welcher Cela diesen Text geschrieben hat. Der Text entstand in einem Ambiente der politischen Repression, – auch der galizischen Literatur. Cela hat den Text wahrscheinlich für die Feierlichkeiten zum 100-jährigen Geburtstag Rosalía de Castros verfasst. Es ist merkwürdig, dass der Artikel zunächst lediglich in Barcelona und Zaragoza veröffentlicht wird und erst drei Jahre später (1949) in der galizischen Zeitschrift Sonata Gallega aus Pontevedra erscheint. Einen weiteren Artikel widmet Cela Den Dichtern aus Padrón (1947), der sich damit beschäftigt dass die Gemeinde Padrón ihren bekanntesten Literaten Juan Rodríguez, Macías, und Rosalía de Castro drei Denkmäler widmen möchte.

1953 greift José Camilo Cela erneut die Feder, um sich der Dichterin Rosalía de Castro zu widmen. Er nimmte dabei direkten Bezug auf einen Vers Rosalías: „Padrón, Padrón, Santa Maria, Lestrove…“. Ein Gedicht, das übrigens auch in der bevorstehenden Gesamtausgabe Rosalía de Castros Galicische Lieder auch erstmals auf Deutsch erscheinen wird. Zunächst veröffentlicht er seinen Text im Faro de Vigo, später nimmt er diesen Text in dem Sammelband Cajón de Sastre (dt. Sammelsurium) auf.  Cela verarbeitet hier seine Jugenderinnerungen und verdeutlicht wie allgegenwärtig Rosalia in seinem Leben war. Er verheimlicht später auch nicht wie stolz er darauf war, Großenkel der María Bertorini nie zu sein, einer engen Freundin Rosalias. 1984 sagte er in einem Interview: “Wisst ihr tatsächlich nicht, dass María Bertorini, die Freundin, der Rosalia das Gedicht an John Moore gewidmet hat, meine Urgroßmutter war?”.

Cela steuert auch einen Text zur Hommage Rosalías 90. Todestag bei. Sein Beitrag trägt den Titel: Breve Nota sobre la morriña en Rosalía (dt. Kurze Anmerkung über das Heimweh in Rosalía). Die morriña ist das typisch galicische Gefühl für Heimweh, das sich nur sehr schwer ins Deutsche übersetzen lässt. Es umfasst den Bedeutungsbereich Traurigkeit, Schwermut, Melancholie, Sehnsucht. Diese Komplexität belegt folgert Seeler entsprechend, dass morriña seiner Meinung nach nicht an einzig unveränderliches Gefühl sei, sondern sich so verändere wie die vielfältigen Formen der Wolken am Himmel, da sich niemals zwei Wolken gleichen genauso wenig, wie sich zwei verliebte Blicke gleichen könnten. Später, im Jahre 1981, wird er sich bei der Hoffnung der Rosalía de Castro Konferenz in Pontevedra, die von der internationalen Universität Menéndez Pelayo organisiert wurde, nochmals diesem Thema zuwenden.

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