Basilio Losada Castro wird Ehrenmitglied der Königlich Galicischen Akademie

Basilio Losada Castro. Ehrenmitglied der Real Academia Gallega. 2015
Basilio Losada Castro. Orixe: Real Academia Galega. Arquivo. Foto von XOSE CASTRO. Mit freundlicher Genehmigung des Archivs der Real Academia Gallega. 2015

Am 3. Oktober 2015 ist Basilio Losada Castro, eremitierter Professor der Universität Barcelona, feierlich als Ehrenmitglied der Königlich Galicischen Akademie (Real Academia Galega: RAG) aufgenommen worden.

Seinen Eintrittsvortrag hat er den ersten beiden Romanen von Rosalía de Castro gewidmet: Die Tochter des Meeres  (sp.: La hija del mar) und Flavio. In seinem Vortrag betont er die immense Bedeutung Rosalía de Castros für die galicische Literatur und  für Galicien:

BASILIO LOSADA CASTRO
Basilio Losada Castro. Orixe: Real Academia Galega. Arquivo. Foto von XOSE CASTRO. Mit freundlicher Genehmigung des Archivs der Real Academia Gallega. 2015

„Galicien ist das einzige Land, dass durch seine Dichter am Leben erhalten wird, und mit einer Frau an der Spitze“ (gal.: “Galicia é o único país mantido en vida polos seus poetas, e cunha muller á cabeza deles”)

Der Literaturwissenschaftler, Kritiker, Übersetzer und Universitätsdozent hat 1986 die erste Professur für Galicische und Portugiesische Literatur an der Universität zu Barcelona übernommen. Schon seit den 1960er Jahren ist Basilio Losada als Person eine Institution für galicische Kultur und Literatur in Katalonien.

Basilio Losada wurde 1930 in Láncara, in der Provinz Lugo der autonomen Region Galicien geboren, und musste bereits als Kind nach Katalonien emigrieren. Er gehört zu den hervorstechendsten Persönlichkeiten der galicischen Kultur und Literatur des 20. Jahrhunderts und der Gegenwart. Seine facettenreiche literarische Produktion umfasst nicht nur wissenschaftliche Aufsätze, Forschungsbeiträge, Literaturkritiken, sondern auch Übersetzungen und eigene literarische Werke. Mit unzähligen Preisen hochdekoriert war seine Nominierung zum Ehrenmitglied der RAG lang erwartet.

BASILIO LOSADA CASTRO. Ehrenmitglied der Königlich Galicischen Akademie. FOTO XOSE CASTRO. 2015
Basilio Losada Castro. Orixe: Real Academia Galega. Arquivo. Foto von XOSE CASTRO. Mit freundlicher Genehmigung des Archivs der Real Academia Gallega. 2015

Der Festakt konnte am Samstag, den 3. Oktober in der Aula der Akademie in A Coruña endlich begangen werden.

Basilio hat als Thema für seine Antrittsrede das Jugendwerk Rosalía de Castros gewählt. Die beiden Romane : Die Tochter des Meeres (sp.: La hija del mar) und Flavio bilden den Schwerpunkt seiner wie gewohnt äußerst erhellende Analyse. Der Professor für galicische und portugiesische Literatur konzentriert sich besonders auf die Themenkreise in Rosalía de Castros Narrativik, die sich in ihrem späteren Schaffen fortleben werden: die Stille Gottes, der Selbstmord als Versuchung, der entschiedene Wille an der Seite der Traurigen zu stehen. Rosalía findet mit dem Begriff der Traurigen eine wunderschöne Bezeichnung nicht für all diejenigen, welche durch einen unglücklichen Zufall in eine schwierige Lebenssituation geraten sind: Traurigkeit der Liebe, Traurigkeit eines gelegentlichen Verlassen-Werdens, sondern für jene, die wir im Spanischen als Schutzlose bezeichnen: jene Personen, für die sich niemand interessiert, jene, die vom zentralen Thema Rosalías betroffen sind: von der Einsamkeit und der saudade (gal. ca.: Sehnsucht, Heimweh, leidvolle Erinnerung), eine Einsamkeit, welche die komplexe Frage nach dem Sein stellt und in der Rosalía das zentrale Thema Martin Heideggers Existenzphilosophie antizipiert, die er in seinem philosophischen Hauptwerk Sein und Zeit diskutiert.

Xesús Alonso Montero, Präsident der Königlich Galicischen Akademie (RAG) hat in seinem Vortrag zu Ehren der Aufnahme Basilio Losadas besonders seine unermüdlichen Verdienste in Bezug auf die Verbreitung und die Arbeit für die galicische Kultur lobend hervorgehoben.

Basilio Losada hat zahlreiche Autoren aus dem Galicischen ins Spanische übersetzt, darunter Celso Emilio Ferreiro, Álvaro Cunqueiro, Uxío Novoneyra, Xohana Torres und viele andere. Außerhalb Galiciens gab er wichtige zweisprachige Anthologien (galicisch-spanisch) galicischer Lyrik heraus: Galicische Dichter der Nachkriegszeit (sp.: Poetas gallegos de posguerra, 1971), Galicische Dichter der Gegenwart (sp.: Poetas gallegos contemporáneos, 1972) und Galicische Dichter von heute (Poetas gallegos de hoy, 1990).

Erwähnesnwert sind auch seine Übersetzungen aus dem Katalanischen ins Galicische sowie seine Übersetzungen der klassischen und modernen portugiesischen Literatur, wofür er 1991 mit dem Nationalpreis für Übersetzung Memorial do convento (dt.: Klosterbittschrift) der José Saramago Stiftung geehrt wurde.
Basilio Losada ist nicht nur Autor zahlreicher literaturwissenschaftlicher Arbeiten und literarischer Essays, die er bereits seit den 1960er Jahren publiziert und die in unzähligen Sammelbänden erschienen, sondern auch Botschafter für die galicische und portugiesische Literatur und Sprache in den Printmedien, Funk- und Fernsehen, in Vortragsreihen und auf Kongressen, was ihn in ganz Spanien und einem Großteil Lateinamerikas bekannt gemacht hat.
Seine unermüdliche Arbeit im Dienste der iberoromanischen Literatur und Sprache ist sowohl von seinen zahlreichen Schülern, zu denen ich mich dankenswerter Weise zählen darf, als auch von den katalanischen, galicischen und portugiesischen Kulturinstitutionen hoch geschätzt und gewürdigt worden.
Die Katalanische Regionalregierung (Generalitat de Catalunya) ehrte Basilio Losada mit dem Kreuz des Heiligen Georgs (kat.: Creu de Sant Jordi), in Brasilien erhielt er den Orden des Südkreuzes (pt.: Orde do Cruceiro do Sul) in Portugal den Orden des Infanten Dom Henrique (pt.: Orde do Infante don Henrique) und in Galicien die Castelao-Medaille sowie den Otero Pedrayo-Literaturpreis (gal.: Medalla Castelao; Premio Otero Pedrayo).
Der Kulturverein Láncara-Tal (gal.: Asociación Cultural Val de Láncara) hat kurzfristig bekannt gegeben, dass Basilio Losada dieses Jahr auch Träger des XV. Ramón Piñeiro Kulturpreises (gal.: Ramón Piñeiro Facer País) wird. Basilio Losada ist nicht nur im gleichen Ort wie Ramón Piñeiro geboren worden, beide unterhielten auch einen fruchtbaren Briefwechsel.

Ein beeindruckendes Portrait strahlte das Galicische Fernsehen Ende September aus.

 

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